Samstag, 18. Juni 2011

Anna und ich

Ist es denn Annas Schuld dass nichts so ist
wie es sein könnte?
Keine anliegenden Ohren
keine elfenbeinfarbene Haut
nur Mann und Kind
und ein Ballon der platzt
obwohl ihn niemand in die Luft geworfen hat
Als dürfte man nur Menschen lieben
die nach Kleingeld riechen

Mamatschi schenk mir ein Pferdchen
mit dem ich durch die Felder sprengen kann
Alraunen und Akazien
Zartbitterschokolade
für den Schlaf der Vögel
scharf wie gebrochene Versprechen

Die Bettler verkaufen Knoten
auf denen man Akkordeon spielen kann
zum Gelächter im Dorf
weil der silberne Löffel endlich laufen lernt

Wie schön sich Annas feine Stimme
in den Teppich webt
als wäre Schönheit eine Entschuldigung
als gäbe Liebe einem das Recht
auf mehr
auf mehr als schiefertafelig angekreidete Unschuldsbrüche
und Stolz wäre mehr als ein Fleck
auf der Landkarte eines nicht ganz so reinen Gewissens
wie weiße Bettwäsche
mit hässlichen Rändern
und Pantoffeln
die verloren in der Ecke stehen
und vergebens versuchen die Vorwürfe zu überhören

Als ich Anna traf
war ihr die Saumseligkeit längst aus den Augen gefallen
Sie war zwei Männern begegnet
Einer versuchte sich für sie umzubringen
Der andere ihr zu vergeben

Der Zweifel wächst wie ein Holunderbusch
er vertrocknet als Anna zum Bahnhof geht
und jemand sagt
man braucht einen anderen um sich selbst zu erkennen
wer sagt das denn
und was fangen wir an
mit so einem Satz
Anna und ich
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