Ein Mann

Samstag, 30. April 2011

Ein Mann (5)


Ich kannte einmal einen Mann
Ich traf ihn im Wald
Er hatte immer Hunger

Du hast schöne Augen
Sagte er
Er meinte sein Spiegelbild
Ich gab ihm mein Pausenbrot

Lass uns Blumen pflücken
Sagte er
Und ich fragte
Aber Du bist nicht zufällig der böse Wolf
Er lachte
Das bildest Du Dir doch bloß ein
Sagte er
Das hier ist kein Wald
Das ist der finnische Bahnhof
Siehst Du nicht Lenins Denkmal
Aber ich sah nichts
Nur einen Mann
Der immer Hunger hatte
818mal gelesen

Donnerstag, 13. November 2008

Ein Mann (65)

Es gibt einen Mann. Er liebt mich.
Er will alles mit mir teilen.
Wir spalten Haare, bis wir zu einer geteilten Meinung finden.
Gemeinsam löffeln wir die Suppe aus,
die uns das Leben eingebrockt hat.
Wir suchen nach Ausreden.
Wir teilen unser Bedauern
über den Zustand der Welt.
Wir versprechen uns
alles heimzuzahlen.
Wir sind nicht die Art Menschen,
die anderen etwas schuldig bleiben.
Wir teilen aus
und stecken ein,
was nicht zu teilen ist,
behalten wir für uns.
Wir stellen einen Antrag,
einfach nur, weil wir getragen werden wollen.
Auf einer Sänfte voll Bedeutungen.
Auf einer Woge aus Zärtlichkeit.
Wir teilen unser Unverständnis.
Wir zerlegen die Wirklichkeit.
Wir betrachten die bunten Scherben
einer beliebigen Nacht,
mit einem kleinen Rasierspiegel
in der Hand
hinter dem Rücken.
Wir teilen uns den Verlust der Wirklichkeit.
Wir entziehen uns dem Zugriff der Welt.
Wir umkreisen die Wahrheit
Wir umkreisen uns
Oder einfach den Geruch der ranzigen Butter auf dem Tisch.
Unser Bild voneinander und von uns selbst
Wir teilen die Züge, mit denen wir es durchtrennen,
ohne sie jemals gemeinsam zu besteigen.
Wir teilen unsere Ansichten über sinnvolle Grenzen.
Und den Abstand, der notwendig ist,
um man selbst zu bleiben.
Wir brechen das Brot
Und den Stab.
Wir teilen alles,
nur unser Leben teilen wir nicht.














































































































































































































































































































































































































































































































































































































Ein Mann (65)

Es gibt einen Mann. Er liebt mich.
Er will alles mit mir teilen.
Wir spalten Haare, bis wir zu einer geteilten Meinung finden.
Gemeinsam löffeln wir die Suppe aus,
die uns das Leben eingebrockt hat.
Wir suchen nach Ausreden.
Wir teilen unser Bedauern
über den Zustand der Welt.
Wir versprechen uns
alles heimzuzahlen.
Wir sind nicht die Art Menschen,
die anderen etwas schuldig bleiben.
Wir teilen aus
und stecken ein,
was nicht zu teilen ist,
behalten wir für uns.
Wir stellen einen Antrag,
einfach nur, weil wir getragen werden wollen.
Auf einer Sänfte voll Bedeutungen.
Auf einer Woge aus Zärtlichkeit.
Wir teilen unser Unverständnis.
Wir zerlegen die Wirklichkeit.
Wir betrachten die bunten Scherben
einer beliebigen Nacht,
mit einem kleinen Rasierspiegel
in der Hand
hinter dem Rücken.
Wir teilen uns den Verlust der Wirklichkeit.
Wir entziehen uns dem Zugriff der Welt.
Wir umkreisen die Wahrheit
Wir umkreisen uns
Oder einfach den Geruch der ranzigen Butter auf dem Tisch.
Unser Bild voneinander und von uns selbst
Wir teilen die Züge, mit denen wir es durchtrennen,
ohne sie jemals gemeinsam zu besteigen.
Wir teilen unsere Ansichten über sinnvolle Grenzen.
Und den Abstand, der notwendig ist,
um man selbst zu bleiben.
Wir brechen das Brot
Und den Stab.
Wir teilen alles,
nur unser Leben teilen wir nicht.














































































































































































































































































































































































































































































































































































































Ein Mann (65)

Es gibt einen Mann. Er liebt mich.
Er will alles mit mir teilen.
Wir spalten Haare, bis wir zu einer geteilten Meinung finden.
Gemeinsam löffeln wir die Suppe aus,
die uns das Leben eingebrockt hat.
Wir suchen nach Ausreden.
Wir teilen unser Bedauern
über den Zustand der Welt.
Wir versprechen uns
alles heimzuzahlen.
Wir sind nicht die Art Menschen,
die anderen etwas schuldig bleiben.
Wir teilen aus
und stecken ein,
was nicht zu teilen ist,
behalten wir für uns.
Wir stellen einen Antrag,
einfach nur, weil wir getragen werden wollen.
Auf einer Sänfte voll Bedeutungen.
Auf einer Woge aus Zärtlichkeit.
Wir teilen unser Unverständnis.
Wir zerlegen die Wirklichkeit.
Wir betrachten die bunten Scherben
einer beliebigen Nacht,
mit einem kleinen Rasierspiegel
in der Hand
hinter dem Rücken.
Wir teilen uns den Verlust der Wirklichkeit.
Wir entziehen uns dem Zugriff der Welt.
Wir umkreisen die Wahrheit
Wir umkreisen uns
Oder einfach den Geruch der ranzigen Butter auf dem Tisch.
Unser Bild voneinander und von uns selbst
Wir teilen die Züge, mit denen wir es durchtrennen,
ohne sie jemals gemeinsam zu besteigen.
Wir teilen unsere Ansichten über sinnvolle Grenzen.
Und den Abstand, der notwendig ist,
um man selbst zu bleiben.
Wir brechen das Brot
Und den Stab.
Wir teilen alles,
nur unser Leben teilen wir nicht.














































































































































































































































































































































































































































































































































































































Ein Mann (65)

Es gibt einen Mann. Er liebt mich.
Er will alles mit mir teilen.
Wir spalten Haare, bis wir zu einer geteilten Meinung finden.
Gemeinsam löffeln wir die Suppe aus,
die uns das Leben eingebrockt hat.
Wir suchen nach Ausreden.
Wir teilen unser Bedauern
über den Zustand der Welt.
Wir versprechen uns
alles heimzuzahlen.
Wir sind nicht die Art Menschen,
die anderen etwas schuldig bleiben.
Wir teilen aus
und stecken ein,
was nicht zu teilen ist,
behalten wir für uns.
Wir stellen einen Antrag,
einfach nur, weil wir getragen werden wollen.
Auf einer Sänfte voll Bedeutungen.
Auf einer Woge aus Zärtlichkeit.
Wir teilen unser Unverständnis.
Wir zerlegen die Wirklichkeit.
Wir betrachten die bunten Scherben
einer beliebigen Nacht,
mit einem kleinen Rasierspiegel
in der Hand
hinter dem Rücken.
Wir teilen uns den Verlust der Wirklichkeit.
Wir entziehen uns dem Zugriff der Welt.
Wir umkreisen die Wahrheit
Wir umkreisen uns
Oder einfach den Geruch der ranzigen Butter auf dem Tisch.
Unser Bild voneinander und von uns selbst
Wir teilen die Züge, mit denen wir es durchtrennen,
ohne sie jemals gemeinsam zu besteigen.
Wir teilen unsere Ansichten über sinnvolle Grenzen.
Und den Abstand, der notwendig ist,
um man selbst zu bleiben.
Wir brechen das Brot
Und den Stab.
Wir teilen alles,
nur unser Leben teilen wir nicht.














































































































































































































































































































































































































































































































































































































Ein Mann (65)

Es gibt einen Mann. Er liebt mich.
Er will alles mit mir teilen.
Wir spalten Haare, bis wir zu einer geteilten Meinung finden.
Gemeinsam löffeln wir die Suppe aus,
die uns das Leben eingebrockt hat.
Wir suchen nach Ausreden.
Wir teilen unser Bedauern
über den Zustand der Welt.
Wir versprechen uns
alles heimzuzahlen.
Wir sind nicht die Art Menschen,
die anderen etwas schuldig bleiben.
Wir teilen aus
und stecken ein,
was nicht zu teilen ist,
behalten wir für uns.
Wir stellen einen Antrag,
einfach nur, weil wir getragen werden wollen.
Auf einer Sänfte voll Bedeutungen.
Auf einer Woge aus Zärtlichkeit.
Wir teilen unser Unverständnis.
Wir zerlegen die Wirklichkeit.
Wir betrachten die bunten Scherben
einer beliebigen Nacht,
mit einem kleinen Rasierspiegel
in der Hand
hinter dem Rücken.
Wir teilen uns den Verlust der Wirklichkeit.
Wir entziehen uns dem Zugriff der Welt.
Wir umkreisen die Wahrheit
Wir umkreisen uns
Oder einfach den Geruch der ranzigen Butter auf dem Tisch.
Unser Bild voneinander und von uns selbst
Wir teilen die Züge, mit denen wir es durchtrennen,
ohne sie jemals gemeinsam zu besteigen.
Wir teilen unsere Ansichten über sinnvolle Grenzen.
Und den Abstand, der notwendig ist,
um man selbst zu bleiben.
Wir brechen das Brot
Und den Stab.
Wir teilen alles,
nur unser Leben teilen wir nicht.















































































































































































































































































































































































































































































































































































































Ein Mann (65)

Es gibt einen Mann. Er liebt mich.
Er will alles mit mir teilen.
Wir spalten Haare, bis wir zu einer geteilten Meinung finden.
Gemeinsam löffeln wir die Suppe aus,
die uns das Leben eingebrockt hat.
Wir suchen nach Ausreden.
Wir teilen unser Bedauern
über den Zustand der Welt.
Wir versprechen uns
alles heimzuzahlen.
Wir sind nicht die Art Menschen,
die anderen etwas schuldig bleiben.
Wir teilen aus
und stecken ein,
was nicht zu teilen ist,
behalten wir für uns.
Wir stellen einen Antrag,
einfach nur, weil wir getragen werden wollen.
Auf einer Sänfte voll Bedeutungen.
Auf einer Woge aus Zärtlichkeit.
Wir teilen unser Unverständnis.
Wir zerlegen die Wirklichkeit.
Wir betrachten die bunten Scherben
einer beliebigen Nacht,
mit einem kleinen Rasierspiegel
in der Hand
hinter dem Rücken.
Wir teilen uns den Verlust der Wirklichkeit.
Wir entziehen uns dem Zugriff der Welt.
Wir umkreisen die Wahrheit
Wir umkreisen uns
Oder einfach den Geruch der ranzigen Butter auf dem Tisch.
Unser Bild voneinander und von uns selbst
Wir teilen die Züge, mit denen wir es durchtrennen,
ohne sie jemals gemeinsam zu besteigen.
Wir teilen unsere Ansichten über sinnvolle Grenzen.
Und den Abstand, der notwendig ist,
um man selbst zu bleiben.
Wir brechen das Brot
Und den Stab.
Wir teilen alles,
nur unser Leben teilen wir nicht.














































































































































































































































































































































































































































































































































































































Ein Mann (65)

Es gibt einen Mann. Er liebt mich.
Er will alles mit mir teilen.
Wir spalten Haare, bis wir zu einer geteilten Meinung finden.
Gemeinsam löffeln wir die Suppe aus,
die uns das Leben eingebrockt hat.
Wir suchen nach Ausreden.
Wir teilen unser Bedauern
über den Zustand der Welt.
Wir versprechen uns
alles heimzuzahlen.
Wir sind nicht die Art Menschen,
die anderen etwas schuldig bleiben.
Wir teilen aus
und stecken ein,
was nicht zu teilen ist,
behalten wir für uns.
Wir stellen einen Antrag,
einfach nur, weil wir getragen werden wollen.
Auf einer Sänfte voll Bedeutungen.
Auf einer Woge aus Zärtlichkeit.
Wir teilen unser Unverständnis.
Wir zerlegen die Wirklichkeit.
Wir betrachten die bunten Scherben
einer beliebigen Nacht,
mit einem kleinen Rasierspiegel
in der Hand
hinter dem Rücken.
Wir teilen uns den Verlust der Wirklichkeit.
Wir entziehen uns dem Zugriff der Welt.
Wir umkreisen die Wahrheit
Wir umkreisen uns
Oder einfach den Geruch der ranzigen Butter auf dem Tisch.
Unser Bild voneinander und von uns selbst
Wir teilen die Züge, mit denen wir es durchtrennen,
ohne sie jemals gemeinsam zu besteigen.
Wir teilen unsere Ansichten über sinnvolle Grenzen.
Und den Abstand, der notwendig ist,
um man selbst zu bleiben.
Wir brechen das Brot
Und den Stab.
Wir teilen alles,
nur unser Leben teilen wir nicht.














































































































































































































































































































































































































































































































































































































Ein Mann (65)

Es gibt einen Mann. Er liebt mich.
Er will alles mit mir teilen.
Wir spalten Haare, bis wir zu einer geteilten Meinung finden.
Gemeinsam löffeln wir die Suppe aus,
die uns das Leben eingebrockt hat.
Wir suchen nach Ausreden.
Wir teilen unser Bedauern
über den Zustand der Welt.
Wir versprechen uns
alles heimzuzahlen.
Wir sind nicht die Art Menschen,
die anderen etwas schuldig bleiben.
Wir teilen aus
und stecken ein,
was nicht zu teilen ist,
behalten wir für uns.
Wir stellen einen Antrag,
einfach nur, weil wir getragen werden wollen.
Auf einer Sänfte voll Bedeutungen.
Auf einer Woge aus Zärtlichkeit.
Wir teilen unser Unverständnis.
Wir zerlegen die Wirklichkeit.
Wir betrachten die bunten Scherben
einer beliebigen Nacht,
mit einem kleinen Rasierspiegel
in der Hand
hinter dem Rücken.
Wir teilen uns den Verlust der Wirklichkeit.
Wir entziehen uns dem Zugriff der Welt.
Wir umkreisen die Wahrheit
Wir umkreisen uns
Oder einfach den Geruch der ranzigen Butter auf dem Tisch.
Unser Bild voneinander und von uns selbst
Wir teilen die Züge, mit denen wir es durchtrennen,
ohne sie jemals gemeinsam zu besteigen.
Wir teilen unsere Ansichten über sinnvolle Grenzen.
Und den Abstand, der notwendig ist,
um man selbst zu bleiben.
Wir brechen das Brot
Und den Stab.
Wir teilen alles,
nur unser Leben teilen wir nicht.
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Samstag, 8. November 2008

Ein Mann (72)

Es gibt einen Mann. Er hasst mich.
Er sieht dem Schicksal ins Gesicht.
Er betrachtet die Welt und berechnet die Zukunft.
Er zählt die Gegenwart aus.
Sie liebt mich
Sie liebt mich nicht
Pflückt er dem Schicksal
Falte für Falte
Vom Gesicht
Seine Augen
(die des Schicksals oder die des Mannes?)
Sind launisch wie das Wetter
Mal grau
Mal blau
Manchmal sogar sternenklar
Wie funkelnde Versprechen
Aber dann schließt es schnell
Die Lider
Das Schicksal
Und der Mann
Lauscht dem Singsang
Der Welt
Und wiegt sich in Sicherheit
Reitet auf den Wellen der Zeit
Mit geschlossenen Augen
Bis mein Blick ihn trifft
Wie sein Schicksal.
926mal gelesen

Ein Mann (70)

Es gibt einen Mann. Er liebt mich.
Die Nacht betritt das Zimmer
Und zieht mir die Ohren lang,
weil er nicht bei mir ist.
Er malt Nilpferde,
verteidige ich mich.
Zum Nilpferdemalen
Muss man allein sein.
Die Nacht schließt die Tür
Und schickt einen Traum
Durch das Schlüsselloch.
Im Traum zeichnen Nilpferde
Einen Mann.
Die Nacht betritt den Raum
Und hängt ihre Bilder an die Wand.
Aber die Wand weicht aus,
und die Nacht wird immer größer.
Und die Nilpferde werden immer kleiner.
Als ich erwache,
liegt ein Blatt auf meinem Mund
und neben mir
der Mann, den ich liebe.
1121mal gelesen

Donnerstag, 6. November 2008

Ein Mann (63)

Es gibt einen Mann. Er liebt mich.
Er treibt mich vor sich her.
Er hat es eilig.
Er lebt in einem Treibhaus.
Dort kommt der Frühling eher.
Er klopft an meine Tür.
Schnell, sagt er,
komm, wir müssen Wurzeln schlagen.
Es wird Frühling.
Aber nicht einmal die Schneeglöckchen
Sehen uns beim Scheitern zu.
Bis die verständige Hitze,
den nörgelnden Regen ablöst
und der Mann drängt
Es wird Sommer.
Wir müssen uns entfalten.
Wir müssen blühen.
Und während wir uns noch entfalten,
liebevoll in die Falten einer Umarmung fallen,
und unsere Wangen blühen lassen,
treibt der Mann, der mich liebt uns voran:
schnell sagt er,
der Herbst steht bevor,
wir müssen Vorräte sammeln
und ein Haus bauen,
aber wir küssen uns nur einen ganzen Herbst lang
die Lippen blutig
und als der erste Schnee fällt,
stecke ich ihm einen Schneeball in den Mund
und lüfte die Decke unter der ich stecke,
komm sage ich,
lass uns gemeinsam auf den Frühling warten.
1010mal gelesen

Mittwoch, 5. November 2008

Ein Mann (57)

Es gibt einen Mann. Er hasst mich.
Die Wortanfänge ziehen sich zurück vor ihm.
Er betrachtet die Welt mit einer Unnachgiebigkeit,
der kaum etwas standhält.
Er trennt die hohen von den tiefen Tönen.
Und die Silben von den Lippen,
die sie sprechen.
Er hinterlässt gerne Spuren,
und wirft mit Schatten
(die andere vorausgeworfen haben).
Er zieht sein Leben hinter sich her,
und lenkt es in geordnete Bahnen.
Ich stehe ihm dabei nur im Weg.
Er hat es eilig.
Beim Überholen wirft er mich aus der Bahn.
Er blickt noch einmal zurück.
Sein kalter Blick fällt auf mich.
Ich lasse ihn liegen,
und folge den Wortanfängen,
damit er sich der Vergangenheit
anschließen kann.
1005mal gelesen

Freitag, 31. Oktober 2008

Ein Mann (51)

Es gibt einen Mann. Er hasst mich.
Er wirft mit Worten nach mir.
Ich schleudere ihm mein Schweigen entgegen.
Wenn wir reden,
reden wir uns schwindelig.
Wir packen die Worte beim Schwanz,
und lassen einen Satz enden, wo der andere aufhört.
Unsere Worte spielen Katz und Maus.
Und unser Schweigen löscht jede Erinnerung.
Früher haben wir in der Sonne gesessen,
und an den Winter geglaubt.
Wir haben Namen gefunden,
wie andere bunte Steine.
Wir haben unser Unterscheidungsvermögen
aufs Spiel gesetzt
(dort sitzt es noch immer)
und uns leichtfertig an einen Traum verschenkt.
Die Welt kam uns entgegen,
aber wir waren schneller.
Wir setzten uns in ein bankrottes Auto,
das wir im Straßengraben fanden
und fuhren los
und fuhren fort,
bis uns die Verantwortung auf den
Kopf fiel.
Und einer von uns, sein Vermögen zurückverlangte.
Aber vielleicht war dieser Unfall
nur der Einfall des anderen.
Haltlos wie unser Hass
und der Boden unter unseren Füßen.
905mal gelesen

Dienstag, 28. Oktober 2008

Ein Mann (50)

Es gibt einen Mann. Er hasst mich.
Er winkt mir zu.
Er winkt mit dem Zaunpfahl.
Gestern hat er versprochen, ein Haus daraus zu zimmern,
und heute winkt er mir damit zu.
Er winkt nicht freundlich.
Er wirkt nicht freundlich.
Vom Freund zum Feind,
das ist ja nur ein Buchstabensprung.
Er ist unberechenbar.
(Im Nenner immer das Ich,
das jeden Zähler bricht)
Früher hat er als Politesse gearbeitet
Und abends die Zeche geprellt.
Aber dann wurde er groß.
Zu groß für solche Geschichten,
die zwischen parkenden Autos spielen
und auf Vollstreckung warten,
wie ein bankrotter Morgen,
dem keiner mehr Kredit gibt,
weil er um sich selbst kreist,
wie ein sehr alter Komet,
der nie lesen gelernt hat.
922mal gelesen

Montag, 27. Oktober 2008

Ein Mann (46)

Es gibt einen Mann. Er hasst mich.
Er hat den Kopf voller Worte.
Er nimmt sich wichtig.
Und dabei verschwindet er.
Er ist sich so sicher, wichtig zu sein,
nur seine Augen, die richtig sehen,
nur ihm allein das Licht aufgesteckt,
um alles zu erkennen.
Nur seine Stimme.
Er allein kann die Buchstaben auflesen
Und nach dem Sinn tauchen.
Er verschwindet.
Verschwindet in seiner Bedeutung.
Verbrennt
Oder
Vergeht
Geht unter
Aber was bleibt
Sind die Buchstaben
Die er aufgelesen hat
Und wie man Bilder daraus legen kann.
943mal gelesen

Sonntag, 26. Oktober 2008

Ein Mann (39)

Es gibt einen Mann. Er hasst mich.
Die Straße kennt ihn.
Die Straße vor meinem Haus.
Und die Kastanie
Und die Birke
Nicken ihm zu.
Die Amsel,
die Buchfinken,
grüßen ihn.
Frau Müller
Leiht ihm einen Nussknacker.
Alle kennen ihn,
grüßen ihn,
vergessen ihn.
Nur ein Mann,
mit Hut
und die Schuhe,
oder doch eine Glatze
Aber die Jacke aus Cord.
Geht hier ein und aus,
fängt die Fische aus den Nasenlöchern
der Kinder,
aber gibt nicht an,
immer bescheiden.
Geht immer diese Straße,
sammelt Kleingeld für den Münzfernsprecher,
schließt die Tür
und verschwindet.
Sucht jemand bestimmtes,
findet immer nur mich.
908mal gelesen

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