Farben

Mittwoch, 30. Juni 2010

Blau III


Wir müssen jetzt alle kürzer treten und sparen
Uns überlegen mit wem wir etwas anfangen
Und wohin das führt
Vorsichtig lesen damit wir nicht allzu viel von allem verstehen
Und noch Raum bleibt
Für die Vorstellung
Die Vorstellung von der Nachstellung z.B.
Überhaupt sollten wir nicht alles so ernst nehmen
Sagen was wir niemals sagen wollten
Weil es so schön klingt
Im Traum wieder einmal den Schlüssel verlieren
Und der Tag liegt verschlossen vor uns
Und der Himmel ist wieder einmal zu blau
Um die Augen zu schliessen
749mal gelesen

Samstag, 2. Januar 2010

Grün

Fünf Jahre denke ich
Wenn man versucht sich das vorzustellen
Als Wasser als Leben
Sieht man grün
Keiner sagt etwas
Keiner fragt
Woher kommt das Licht
Und warum versinkt alles in Schweigen
Sobald man spricht
Die Fragwürdigkeit der Farben
Im Moment des Ertrinkens
Geben sie dir keinen Namen
733mal gelesen

Gelb

Gelb das Zimmer
Gelb die Mütze
Soll keiner sagen dass Farben keine Rolle spielen
(in diesem geruchslosen Gedicht, das sich
an die Augen des Lesers klammert
ohne Vergleich und Metapher)
ein kleiner gelber Zettel
mit ausgestrichenen Worten
(so macht man Erinnerungen haltbar)
Auch die Farben haben Erinnerungen
Die man nicht sieht
Der merkwürdige Zusammenfall von
Farblosigkeit und Erinnern
Ein Missverständnis
Und die Frage wie es in das gelbe Zimmer gelangen konnte
Die Art wie es sich dort ausbreitet
Alles unbewohnbar macht
Wie einen Traum
Bis sie den Stift in die Hand nimmt
Und Räume schafft
Im Gelb
Aber auch im Blau
13321mal gelesen

Mittwoch, 19. August 2009

Schwarz

Schwarz steht der Raum am Tisch
Auf dem Tisch drei Orangen
Ohne Leuchtkraft
Hinter dem Fenster schießt die Zeit auf die Nichtsahnenden
Die Tanne vor meinem Fenster trägt jetzt Zapfen
Es ist August
Ich lege meine Schulden zu deiner Angst
Mal sehen was das Leben da aus brütet
Brünette Kleider vielleicht
Oder Trillerpfeifenohren
Ich sammle Türgriffe
Hast du das gewusst?
Nebeneinander gelegt ergeben sie
Eine nahezu perfekte Fläche
Der Namenlosigkeit
Das ist es wonach ich suche
Die närrischen Versuche am Leben zu bleiben
Das sich abspielt ganz ohne uns

Komm wir lassen uns erschießen
Von der sonntäglichen Zeit
Eines neondämmernden Herbsttages
Wenn ich meinen Kindern erkläre
Warum ich nicht länger ich bin
Ich bin das Ende der Märchen
Aber auch ihr Anfang
Ich bin:
Es war einmal
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Montag, 2. März 2009

Grün

Dieser Morgen der sich in einem Satz versteckt
Der die Geräusche der Lebenden nachahmt
Lautlos wie ein versäumtes Leben
Häng die Leinen aus dem Fenster
Spann die Tage auf
Vergiss die Nächte
Es gibt keine Nächte
Das ist nur ein Traum
Geh weiter
Den Stimmen nach die dich rufen
Sie meinen nicht dich
Aber du zählst alles zusammen
Von irgendwo wächst dir eine Kraft zu
Die Summe von allem
Ist grün
904mal gelesen

Sonntag, 1. März 2009

Blau

Sie war mit Märchen aufgewachsen
Und hatte sich in der Bedeutungslosigkeit eingerichtet
Wenn sie morgens erwachte sprach sie alles aus
Was ihr im Traum begegnet war

Sie schlief nie vor geöffneten Fenstern
Aus Angst jemand könnte sie schließen
Während sie träumte

Sie war keine von jenen
Denen sich der Regen zärtlich auf die Schultern legt
Aber sie glaubte an die Kraft des Wassers
Und dass es sich niemals wiederholt

Sie folgte dem Rauschen der Flüsse
Und sah ihnen lange in die Augen
Ihre Bestimmung war blau
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Donnerstag, 26. Februar 2009

Weiß

Striche, harte Schnitte
Durch den blauen Himmel ziehen
Mit unseren rostigen Wagenrädern
Rot bemalt unsere Wangen
Hohl und hungrig die gierigen Münder
Glaubten wir dem zu entgehen, was allen vorherbestimmt ist.
Die tagblaue Einsicht
Holte uns ein.
Im Nil badeten die Schnabeltiere
Komm schenk mir noch einmal ein
Vorbei ist kein Wort gegen das man sich auflehnen kann
Und deine Augen kein Ort
Zum verweilen
Der Mundschenk
Weißt du noch, wie ich dir von ihm erzählte
Du wolltest nicht zuhören
Du suchtest Trost
In tauben Ohren und vergessenen Gesten
Ich nahm es dir nicht übel
Und ging allein
Auf die Suche nach
Einem Stoff, der uns überleben könnte.
Ich fand den Schnee
Sein Name war weiß.
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