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Farben

Mittwoch, 19. August 2009

Schwarz

Schwarz steht der Raum am Tisch
Auf dem Tisch drei Orangen
Ohne Leuchtkraft
Hinter dem Fenster schießt die Zeit auf die Nichtsahnenden
Die Tanne vor meinem Fenster trägt jetzt Zapfen
Es ist August
Ich lege meine Schulden zu deiner Angst
Mal sehen was das Leben da aus brütet
Brünette Kleider vielleicht
Oder Trillerpfeifenohren
Ich sammle Türgriffe
Hast du das gewusst?
Nebeneinander gelegt ergeben sie
Eine nahezu perfekte Fläche
Der Namenlosigkeit
Das ist es wonach ich suche
Die närrischen Versuche am Leben zu bleiben
Das sich abspielt ganz ohne uns

Komm wir lassen uns erschießen
Von der sonntäglichen Zeit
Eines neondämmernden Herbsttages
Wenn ich meinen Kindern erkläre
Warum ich nicht länger ich bin
Ich bin das Ende der Märchen
Aber auch ihr Anfang
Ich bin:
Es war einmal

Montag, 2. März 2009

Grün

Dieser Morgen der sich in einem Satz versteckt
Der die Geräusche der Lebenden nachahmt
Lautlos wie ein versäumtes Leben
Häng die Leinen aus dem Fenster
Spann die Tage auf
Vergiss die Nächte
Es gibt keine Nächte
Das ist nur ein Traum
Geh weiter
Den Stimmen nach die dich rufen
Sie meinen nicht dich
Aber du zählst alles zusammen
Von irgendwo wächst dir eine Kraft zu
Die Summe von allem
Ist grün

Sonntag, 1. März 2009

Blau

Sie war mit Märchen aufgewachsen
Und hatte sich in der Bedeutungslosigkeit eingerichtet
Wenn sie morgens erwachte sprach sie alles aus
Was ihr im Traum begegnet war

Sie schlief nie vor geöffneten Fenstern
Aus Angst jemand könnte sie schließen
Während sie träumte

Sie war keine von jenen
Denen sich der Regen zärtlich auf die Schultern legt
Aber sie glaubte an die Kraft des Wassers
Und dass es sich niemals wiederholt

Sie folgte dem Rauschen der Flüsse
Und sah ihnen lange in die Augen
Ihre Bestimmung war blau

Donnerstag, 26. Februar 2009

Weiß

Striche, harte Schnitte
Durch den blauen Himmel ziehen
Mit unseren rostigen Wagenrädern
Rot bemalt unsere Wangen
Hohl und hungrig die gierigen Münder
Glaubten wir dem zu entgehen, was allen vorherbestimmt ist.
Die tagblaue Einsicht
Holte uns ein.
Im Nil badeten die Schnabeltiere
Komm schenk mir noch einmal ein
Vorbei ist kein Wort gegen das man sich auflehnen kann
Und deine Augen kein Ort
Zum verweilen
Der Mundschenk
Weißt du noch, wie ich dir von ihm erzählte
Du wolltest nicht zuhören
Du suchtest Trost
In tauben Ohren und vergessenen Gesten
Ich nahm es dir nicht übel
Und ging allein
Auf die Suche nach
Einem Stoff, der uns überleben könnte.
Ich fand den Schnee
Sein Name war weiß.

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